16.05.2019

Interview mit M. Grassl von der Klettersteigschule Berchtesgaden

Hallo Michi Grassl,

wie kam es zur Klettersteigschule Berchtesgaden?

Die Klettersteigschule haben wir im Rahmen der Erbauung des Grünstein Klettersteigs 2009 gegründet. Anfangs wollten wir hauptsächlich Ausbildungskurse anbieten, in denen Interessierte für Klettersteige begeistert werden. Für uns war es zu wenig, dass im Fachhandel Ausrüstung gekauft werden kann, der Endverbraucher aber oft gar keine Erfahrung hat.

M. Grassl, Inhaber Klettersteigschule Berchtesgarden

Beim Klettersteig  wird durch die Ausrüstung eine gewisse Sicherheit suggeriert. Der Anwender bekommt das Gefühl, dass ihm durch seine gekaufte Ausrüstung nichts passieren kann. Die steigenden Einsatzzahlen in der Rettung zeigen allerdings, dass Klettersteiggehen gefährlich ist.

Mit unserer Klettersteigschule wollen wir Bindeglied zwischen Hersteller, Händler und dem Endverbraucher sein.

Wie viele Bergführer sind in der Klettersteigschule?

Wir können auf rund 25 Bergführer zurückgreifen, die für uns freiberuflich tätig sind. In der Saison sind für uns bis zu fünf Bergführer am Tag unterwegs, wobei jeder von ihnen eine Gruppe führt.

Wie viele Kurse habt ihr in der Saison?

Die Saison geht bei uns von April bis Ende Oktober. Mittwoch, Samstag und Sonntag geben wir regelmäßig bis zu fünf Kurse pro Tag.

Rund um die Klettersteigschule Berchtesgarden befinden sich vielzählige, wunderschöne Klettersteige

Wie gestaltet sich ein Kletterkurs bei euch?

Zuerst wird den Teilnehmern in einem kurzen theoretischen Teil die Ausrüstung erklärt. Wir wollen, dass sie ein Vorwissen erhalten, damit sie im Fachhandel Bescheid wissen, was sie kaufen. Für uns ist entscheidend, dass Teilnehmer, die das erste Mal in Berührung mit einem Klettersteig kommen, den Unterschied zwischen einer Notfallausrüstung und einer Sicherheitsausrüstung kennenlernen. Sie sollen wissen, dass sie sich mit einem Klettersteigset eine Notfallausrüstung kaufen.

Anschließend geht es an unseren Übungsklettersteig. Zuerst wird mit Boden unter den Füßen geübt und dann geht es in die Vertikale.

Warum hat die Klettersteigschule Berchtesgaden sich für SKYLOTEC entschieden?

Am besten hat mir an SKYLOTEC gefallen, dass sie mit der Einführung des RIDERS den richtigen Schritt vorwärts gemacht haben. Vor ca. 10 Jahren hatte ich das erste Mal den RIDER in der Hand, damals noch die alte Version. Ich bin der Meinung, dass Klettersteiggehen so sicher wie möglich gestaltet werden soll. Sowohl für den ersten im Klettersteig, als auch für die, die hinterher gehen. Dafür bietet der RIDER den richtigen Schritt in die Zukunft. Man soll am Klettersteig nicht mehr weit stürzen können. SKYLOTEC war der einzige Hersteller und meines Wissens ist er es auch heute noch, der dafür ein passendes Klettersteigset entwickelt hat. Die selbstblockierende Stahlseilklemme vom RIDER war somit der Hauptgrund mich für SKYLOTEC zu entscheiden, aber darüber hinaus haben mich auch die anderen Produkte wie zum Beispiel die Gurte, Helme von Anfang an überzeugt.

 

Was sind deiner Meinung nach die schönsten Klettersteige im Berchtesgadener Umkreis?

Das kommt darauf an, was dem Klettersteiggeher wichtig ist. Der eine mag lieber einen landschaftlich schönen Klettersteig, der andere bevorzugt schwierige Klettersteige, wieder ein anderer lieber kurze und leichte Klettersteige. So hat jeder Steig seinen Reiz.

Generell hat Klettersteiggehen gerade für Einsteiger den Reiz in die Vertikale zu kommen. Man kann das Gefühl bekommen gewollt an seine Grenzen zu gehen, vielleicht auch ein Stück darüber hinaus. Außerdem schärft Klettersteiggehen die Sinne und der Geher sammelt viele Erfahrungen.

Die Kursteilnehmer bei der Klettersteigschule Berchtesgarden, ausgestattet mit SKYLOTEC Equipment

Hast du eine Empfehlung für uns wohin die Reise gehen soll, wenn man Urlaub mit Klettersteiggehen verbinden will?

Mittlerweile hat fast jeder Alpenort Klettersteige installiert. Der Trend ist sogar weiter steigend. Auch bei dieser Entscheidung kommt es auf die Präferenzen der Urlauber an und auf die Jahreszeit. Im Frühjahr empfehle ich mehr in den Süden zu fahren, zum Beispiel nach Südtirol oder an den Gardasee, weil dort das Klima generell milder ist. Da, wie gesagt, der gesamte Alpenraum extrem gut mit Klettersteigen abgedeckt ist, kann so gut wie überall Urlaub mit Klettersteiggehen kombiniert werden.

Vielen Dank für das Gespräch, Michi!

Mehr zur Klettersteigschule im schönen Berchtesgarden, findet ihr hier: http://www.klettersteigschule.de/

Wer sich lieber ein Video anschaut, statt zu lesen, kann sich auch gerne das Interview mit M. Grassl hier ansehen:

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