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metall, Hebevorrichtung, Schäkel, Hubwagen, Basisplatte

Absturzsicherung auf dem Dach: 
Experteninterview mit Frank Klinnert
von SKYLOTEC

Arbeiten auf dem Dach gehören zu den gefährlichsten Tätigkeiten im Handwerk. Umso wichtiger sind durchdachte Absturzsicherungssysteme, die nicht nur gesetzlichen Anforderungen entsprechen, sondern sich auch im Arbeitsalltag bewähren. Mit der überarbeiteten DGUV Information 201-056 rücken Themen wie Kollektivschutz, Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA), Rettungskonzepte und Dokumentationspflichten noch stärker in den Fokus von Dachdeckerbetrieben und Handwerksunternehmen.

Doch welche Lösungen sind in der Praxis sinnvoll? - Das verrät Frank Klinnert - Vertriebsleiter für Absturzsicherungssysteme

Wer bist du und was machst du bei SKYLOTEC?

Frank: Ich bin Frank Klinnert von SKYLOTEC und Teamleiter Vertrieb DACH. DACH ist hier tatsächlich doppelt zu verstehen: Einerseits betreue ich unsere Absturzsicherungssysteme für Dach und Fassade, andererseits die Region Deutschland, Österreich und Schweiz.

SKYLOTEC ist ein Familienunternehmen aus Neuwied und seit über 75 Jahren am Markt. Wir entwickeln und produzieren Absturzsicherungen und Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz, die das Arbeiten in der Höhe sicherer und einfacher machen. Ein wichtiger Punkt: Wir produzieren ausschließlich in Europa. Damit sind wir unabhängiger von Zollthemen, Lieferkettenproblemen oder globalen Krisen. Kurz gesagt: Wir sorgen dafür, dass Menschen bei Arbeiten in der Höhe sicher sind und abends gesund nach Hause kommen.

Wenn man an SKYLOTEC denkt, denken viele zuerst an Gurte, Seile und Anschlagpunkte.
Tatsächlich ist das Angebot aber deutlich breiter. Was deckt ihr für Dachdecker und Handwerksbetriebe konkret ab?


Frank: Die einfachere Frage wäre fast: Was decken wir nicht ab? Im Bereich PSAgA bieten wir eine große Auswahl an Auffanggurten, Anschlagmitteln, Höhensicherungsgeräten und Rettungsgeräten. Außerdem sind wir Europas größter Hersteller von Karabinerhaken. Gerade für Dachdecker sind aber unsere Sicherungssysteme für Dach und Fassade besonders relevant. Dazu gehören Seil- und Schienensysteme, kollektive Schutzmaßnahmen wie unser Geländersystem SECU RAIL 2.0 sowie Einzelanschlagpunkte.

Dazu kommen Trainings, Wartungen und Montagen. Wir bilden das in unserem 360°-Servicekreis ab. Das beginnt bei der Gefährdungsbeurteilung gemeinsam mit dem Kunden vor Ort, geht weiter über die Bewertung der Ist-Situation und die Ausarbeitung einer passenden Projektlösung bis hin zur Installation und Dokumentation. Für den Kunden bedeutet das: weniger Schnittstellen, weniger Abstimmungsaufwand und deutlich weniger Stress.

Ein Begriff fällt auf dem Dach besonders häufig: SEKURANT. Viele verwenden ihn fast schon allgemein für Anschlagpunkte. Was steckt hinter dem Original?

Frank: Das ist richtig. SEKURANT ist eine eingetragene Marke von SKYLOTEC und beschreibt ausschließlich ein Produkt von uns. Der SEKURANT ist seit über 55 Jahren am Markt. Ich selbst begleite dieses Produkt seit mehr als 33 Jahren bei unterschiedlichen Firmen. Der Erfolg liegt vor allem in der konsequenten Weiterentwicklung.

Ein gutes Beispiel ist die neue SEKURANT X20/X50 Serie. Hier haben wir ein System entwickelt, das sich sehr stark am Arbeitsalltag auf dem Dach orientiert. Die Anschlagpunkte sind montagefreundlich und können auf vielen Untergründen eingesetzt werden. Für Dachdecker bedeutet das: weniger Montageaufwand, weniger Fehlerquellen und mehr Rechtssicherheit, weil die erforderlichen Zulassungen vorhanden sind.

Es gibt Situationen, in denen Standardlösungen nicht ausreichen. Gerüste oder Hubsteiger sind nicht immer möglich oder wirtschaftlich sinnvoll. Welche Rolle spielen dann seilunterstützte Zugangstechniken und Speziallösungen?

Frank: Wenn Gerüste oder Hubsteiger nicht eingesetzt werden können, wird seilunterstützte Zugangstechnik sehr wichtig. Wir rüsten Industriekletterer vollständig aus: von speziellen Gurten bis hin zu motorisierten Aufstiegsgeräten wie den ActSafe Power Ascendern. Das ist Spezialausrüstung für höchste Anforderungen, aber gleichzeitig einfach und intuitiv zu bedienen. Interessant für Dachdecker wird das auch beim Materialtransport. Wenn eine Kranstellung nicht möglich oder wirtschaftlich nicht sinnvoll ist, können mit solchen Geräten Lasten bis zu 220 Kilogramm in die Höhe transportiert werden.

Ein besonders wichtiger Punkt ist die Rettung. Ein Absturz ins Seil ist nur der erste Teil. Danach muss die Person sicher gerettet werden. Was müssen Betriebe hier beachten?

Frank: Das ist ein zentraler Punkt. Gerade in der neuen DGUV Information 201-056 wird mehrfach darauf hingewiesen. Wenn mit PSAgA gearbeitet wird, braucht es ein Rettungskonzept und ein geeignetes Rettungsgerät auf der Baustelle. Die beste Ausrüstung hilft wenig, wenn im Ernstfall niemand weiß, wie die Rettung funktioniert. Wir bieten dafür unterschiedliche Rettungssets an, die möglichst einfach gehalten sind. Ein Beispiel ist unser ROOFWORXX KIT.

Es kann während der Arbeit am Dachrand als Verbindungsmittel genutzt werden. Im Absturzfall kann eine zweite Person den Verunglückten mit dem integrierten SIRIUS-Gerät kontrolliert ablassen. Ein weiteres Beispiel ist unser MILAN POWER im SEAL PAC. Dabei befinden sich Rettungsgerät, Seil und Zubehör in einem versiegelten Kunststoffbeutel. Im Notfall kann die verunglückte Person aus dem Verbindungsmittel befreit und sicher abgelassen werden. Der große Vorteil: Das Seal Pac bleibt 15 Jahre versiegelt. Danach wird es im Service Center geprüft und kann bei positivem Ergebnis für weitere 15 Jahre versiegelt werden. Damit ist es eine Lösung mit bis zu 30 Jahren Nutzungsdauer. Entscheidend bleibt aber: Das Rettungsszenario muss vorher trainiert werden. Ausrüstung allein reicht nicht, wenn das Team im Ernstfall nicht handlungsfähig ist.

Damit sind wir direkt beim Thema Training. Wie unterstützen ihr Unternehmen dabei, ihre Mitarbeitenden richtig zu schulen?

Wir bieten in unserem Vertical Rescue College verschiedene Schulungen an. Dazu gehören klassische PSAgA-Anwenderschulungen, Schulungen zur Montage und Wartung unserer Systeme, Rettung aus Höhen und beengten Räumen sowie spezielle Trainings für seilunterstütztes Arbeiten. Termine und Inhalte sind auf skylotec.com zu finden. Viele Schulungen können unsere Trainer aber auch individuell direkt beim Kunden vor Ort durchführen. Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten die Teilnehmenden ein entsprechendes Zertifikat. Für Unternehmen ist das wichtig, weil sie damit nicht nur ihre Mitarbeitenden qualifizieren, sondern auch ihre Dokumentationspflichten besser erfüllen können.

Zum Schluss ein Blick auf die DGUV Information 201-056. Die Anforderungen an Schutzmaßnahmen gegen Absturz auf Dächern wurden deutlich umfassender beschrieben. Was müssen Dachdecker jetzt besonders auf dem Schirm haben?

Die DGUV Information 201-056 wurde stark überarbeitet. Der Umfang ist deutlich gewachsen: von 24 Seiten mit 4 Kapiteln auf 96 Seiten mit 9 Kapiteln und zusätzlichen Anhängen. Der Charakter hat sich ebenfalls verändert. Es geht nicht mehr nur um eine Planungsgrundlage für Anschlageinrichtungen, sondern um eine Planungsgrundlage zur Auswahl von Absturzsicherungssystemen. Besonders wichtig ist die Rangfolge der Schutzmaßnahmen. Kollektivschutz hat Vorrang vor persönlicher Schutzausrüstung. Das ist nicht neu, wird aber noch einmal deutlich stärker herausgestellt. Ein entscheidender Punkt für Dachdecker ist: Wenn mit PSAgA gearbeitet wird, muss ein Rettungskonzept vorhanden sein. Außerdem muss ein geeignetes Rettungsgerät auf der Baustelle verfügbar sein. Dieser Punkt wird mehrfach aufgegriffen.

Auch die Dokumentation der Montage, die erforderliche Sach- und Fachkunde sowie Verantwortlichkeiten werden klarer beschrieben. Hier unterstützen wir mit unseren Rettungsgeräten, Rettungskonzepten, Schulungen im Vertical Rescue College und digitalen Dokumentationslösungen. Ziel ist, dass unsere Kunden die Anforderungen sicher erfüllen können, ohne unnötigen Aufwand und ohne Zeitverlust.

Das passt genau zu unserem Markenversprechen: We get you there.

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