Anschlageinrichtungen
Wissenswertes über Anschlageinrichtungen
Was sind Anschlageinrichtungen und wofür werden sie eingesetzt?
Anschlageinrichtungen schaffen belastbare Verbindungspunkte für Sicherungs-, Rettungs- und Rigging-Systeme. Sie ermöglichen es, Seile, Karabiner, Seilrollen oder weitere Komponenten geordnet mit einer tragfähigen Struktur zu verbinden. Je nach Bauart dienen sie als temporärer Anschlagpunkt, zur Organisation mehrerer Verbindungen oder zur kontrollierten Ausrichtung beweglicher Lasten.
Das SKYLOTEC Sortiment umfasst unter anderem Riggingplatten, Wirbel und Anschlagseile für professionelle Anwendungen in der Rettung, Baumpflege, Seilzugangstechnik, bei Arbeiten an Masten und Türmen sowie im taktischen Zugang. Welche Anschlageinrichtung geeignet ist, hängt von der vorgesehenen Belastung, der vorhandenen Struktur und dem geplanten Systemaufbau ab.
Worin unterscheiden sich temporäre Anschlageinrichtungen von fest installierten Anschlagpunkten?
Temporäre Anschlageinrichtungen werden für einen konkreten Einsatz an einer geeigneten Struktur angebracht und nach Abschluss der Arbeit wieder entfernt. Dazu gehören beispielsweise Anschlagseile, textile Anschlagschlingen oder mobile Systeme, mit denen an Trägern, Bäumen oder anderen tragfähigen Bauteilen ein definierter Verbindungspunkt geschaffen wird.
Fest installierte Einzelanschlagpunkte, Seilsysteme oder Schienensysteme verbleiben dagegen dauerhaft am Bauwerk. Sie eignen sich besonders für regelmäßig wiederkehrende Arbeiten und müssen projektspezifisch geplant, montiert und dokumentiert werden. Temporäre Lösungen bieten mehr Flexibilität, setzen jedoch voraus, dass die ausgewählte Struktur und die gesamte Anschlagsituation vor jedem Einsatz fachgerecht beurteilt werden.
Welche Aufgaben übernehmen Riggingplatten in Rettungs- und Seilsystemen?
Riggingplatten bündeln mehrere Verbindungspunkte an einer zentralen Stelle. Dadurch können Karabiner, Seilrollen, Seilklemmen und weitere Komponenten geordnet angeordnet werden, ohne dass sich die einzelnen Verbindungselemente gegenseitig behindern oder ungünstig belasten.
Die CHEESE PLATE S bietet drei Öffnungen und eine Bruchlast von 30 kN, während die größere CHEESE PLATE L über fünf Öffnungen und eine Bruchlast von 40 kN verfügt. Die Auswahl richtet sich nach der Zahl der benötigten Verbindungen, dem Platzbedarf und der vorgesehenen Belastung des Systems.
Welche Vorteile bieten Riggingplatten gegenüber direkt verbundenen Karabinern?
Werden mehrere Karabiner direkt in einen einzigen Anschlagpunkt eingehängt, können sich die Verbindungselemente gegenseitig verkanten, überlagern oder ungünstig ausrichten. Eine Riggingplatte trennt die einzelnen Verbindungen räumlich voneinander und schafft einen übersichtlichen Systemaufbau.
Das erleichtert die Kontrolle komplexer Flaschenzüge, Rettungssysteme und Mehrpunktanschläge. Gleichzeitig lassen sich Belastungsrichtungen und Zuständigkeiten einzelner Seilstränge besser nachvollziehen. Riggingplatten erhöhen damit nicht automatisch die Tragfähigkeit des Gesamtsystems, verbessern aber dessen Organisation, Übersichtlichkeit und Bedienbarkeit.
Wann werden Wirbel in Seil- und Lastsystemen eingesetzt?
Wirbel werden zwischen zwei Systemkomponenten eingesetzt, wenn Drehbewegungen ausgeglichen und ein Aufdrehen von Seilen oder Verbindungsmitteln verhindert werden soll. Sie können sich unter Belastung um ihre Achse drehen und reduzieren dadurch unerwünschte Torsionen im System.
Das ist besonders beim Einholen von Lasten, in Flaschenzügen, bei Rettungsmanövern oder in beweglichen Rigging-Systemen relevant. SKYLOTEC Modelle wie TWIRL, TWISTER und WIB sind auf axialen Kugellagern gelagert und für unterschiedliche Belastungen ausgelegt. Der passende Wirbel muss anhand der vorgesehenen Last, der Verbindungspunkte und des verfügbaren Bauraums gewählt werden.
Welche Vorteile bieten Wirbel gegenüber einer starren Verbindung?
Eine starre Verbindung überträgt Drehbewegungen unmittelbar auf Seile, Gurte und weitere Komponenten. Dadurch können sich Seile aufkringeln, Verbindungselemente verdrehen oder Geräte ungünstig ausrichten. Ein Wirbel entkoppelt diese Rotation und hält den Systemaufbau beweglicher.
Besonders bei frei hängenden Lasten, längeren Hubwegen oder wiederholten Drehbewegungen verbessert dies die Bedienbarkeit. Der Wirbel ersetzt jedoch keine fachgerechte Ausrichtung der übrigen Komponenten. Karabiner, Seilrollen und Anschlagpunkte müssen weiterhin für die auftretenden Belastungsrichtungen geeignet sein.
Wofür werden Anschlagseile und rückholbare Anschlaglösungen verwendet?
Anschlagseile ermöglichen es, einen temporären Anschlagpunkt an einer tragfähigen Struktur einzurichten oder einen entfernten Verbindungspunkt vom Boden aus zu erreichen. Je nach Ausführung können sie an Bäumen, Tragwerksstrukturen, Masten oder schwer zugänglichen Bereichen eingesetzt werden.
Die Anschlagschlinge FOREST ist beispielsweise für Baumklettern und Baustellenarbeiten ausgelegt, bei denen der Anschlagpunkt nach der Nutzung vom Boden aus zurückgeholt werden soll. FAST ANKOR bietet eine einstellbare Länge und ermöglicht dadurch die Anpassung an unterschiedliche Strukturen. Entscheidend ist stets, dass Untergrund, Anschlagrichtung und verwendete Verbindungselemente für die Anwendung geeignet sind.
Welche Anschlageinrichtungen eignen sich für Baumpflege und Arbeiten an Tragwerksstrukturen?
In der Baumpflege werden häufig textile oder seilbasierte Anschlaglösungen benötigt, die sich flexibel um Äste oder tragfähige Baumstrukturen legen lassen. Rückholbare Systeme ermöglichen es, den Anschlagpunkt nach dem Abstieg vom Boden aus zu entfernen, ohne erneut in den Baum steigen zu müssen.
Bei Arbeiten an Tragwerksstrukturen können Anschlagseile, Anschlagschlingen oder Sets wie BELAY POINTS genutzt werden, sofern die Struktur die auftretenden Kräfte sicher aufnehmen kann. Anders als bei fest installierten Anschlagpunkten muss die Eignung der Struktur bei jeder neuen Einrichtung erneut beurteilt werden.
Wann sind mobile Anschlageinrichtungen die bessere Lösung?
Mobile Anschlageinrichtungen eignen sich für wechselnde Arbeitsorte, temporäre Projekte und Bereiche, in denen keine dauerhafte Installation möglich oder wirtschaftlich sinnvoll ist. Sie können je nach System an Türen, Trägern, Behältern, Schächten oder anderen geeigneten Strukturen eingesetzt werden.
Gegenüber fest installierten Systemen bieten sie eine hohe Flexibilität und können von geschulten Teams an verschiedenen Einsatzorten verwendet werden. Dafür ist vor jedem Aufbau eine sorgfältige Kontrolle der Aufstell- oder Befestigungssituation notwendig. Bei regelmäßig wiederkehrenden Arbeiten können dauerhaft installierte Einzelanschlagpunkte, Seil- oder Schienensysteme langfristig die effizientere Lösung sein.
Welche Normen gelten für Anschlageinrichtungen?
Für temporäre Anschlageinrichtungen ist insbesondere die EN 795 Typ B relevant. Sie beschreibt transportable Anschlageinrichtungen, die ohne dauerhaft am Bauwerk verbleibende Befestigung eingesetzt werden. Je nach Produkt können weitere Normen gelten, beispielsweise EN 354 für Verbindungsmittel, EN 1891-A für Kernmantelseile oder UIAA-Anforderungen für bestimmte Rigging-Komponenten.
Nicht jedes Produkt innerhalb der Kategorie erfüllt dieselbe Funktion oder Norm. Eine Riggingplatte organisiert mehrere Verbindungen, ein Wirbel gleicht Drehbewegungen aus und ein Anschlagseil kann einen temporären Anschlagpunkt herstellen. Deshalb müssen Zulassung, Bruchlast, Nutzerzahl und Herstellerfreigabe stets am konkreten Produkt geprüft werden.
Wie wählt man die richtige Anschlageinrichtung aus?
Die Auswahl beginnt mit der Frage, welche Funktion das Produkt innerhalb des Systems übernehmen soll. Für die übersichtliche Verteilung mehrerer Komponenten eignet sich eine Riggingplatte. Bei unerwünschten Drehbewegungen kann ein Wirbel erforderlich sein. Anschlagseile oder mobile Anschlageinrichtungen schaffen dagegen einen temporären Verbindungspunkt an einer geeigneten Struktur.
Zusätzlich müssen Belastungsrichtung, Bruchlast, Nutzerzahl, Norm, Material und Kompatibilität mit Karabinern, Seilrollen und Seilen berücksichtigt werden. Eine SKYLOTEC Anschlageinrichtung sollte niemals isoliert ausgewählt werden, sondern immer als Teil des vollständigen Sicherungs- oder Rettungssystems. Nur ein fachgerecht geplanter und geprüfter Aufbau ermöglicht eine sichere Anwendung.
Wie werden Anschlageinrichtungen geprüft und wann müssen sie ausgesondert werden?
Vor jeder Verwendung müssen Anschlageinrichtungen auf Verformungen, Risse, Korrosion, Abrieb und beschädigte Nähte oder Seilbereiche geprüft werden. Bei Wirbeln müssen sich die Lager frei bewegen, während Riggingplatten keine scharfen Kanten oder ausgeschlagenen Öffnungen aufweisen dürfen. Textile Anschlagseile sind zusätzlich auf Schnitte, Aufrauhungen und chemische Einwirkungen zu kontrollieren.
Nach einer außergewöhnlichen Belastung oder bei Zweifeln an der Sicherheit darf die Komponente nicht weiterverwendet werden. Zusätzlich gelten die vorgeschriebenen regelmäßigen Prüfungen durch eine sachkundige Person sowie die produktspezifischen Herstellerangaben. Beschädigte Anschlageinrichtungen dürfen nicht repariert oder verändert werden, sofern dies nicht ausdrücklich vom Hersteller vorgesehen ist.