HORIZONTALE SCHIENENSYSTEME
Wissenswertes über horizontale Schienensysteme
Was sind horizontale Schienensysteme und wofür werden sie eingesetzt?
Horizontale Schienensysteme sind dauerhaft installierte Anschlageinrichtungen mit einer starren Führungsschiene. Ein passender Rollenläufer bewegt sich entlang des festgelegten Schienenverlaufs und verbindet den Anwender mit dem Sicherungssystem. Dadurch ermöglichen horizontale Schienensysteme eine kontinuierliche Absturzsicherung entlang von Dachkanten, Fassaden, Arbeitsplattformen und technischen Anlagen.
SKYLOTEC horizontale Schienensysteme werden unter anderem in der Seilzugangstechnik, bei Arbeiten an Masten und Türmen sowie auf mobilen Plattformen eingesetzt. Je nach System können die Schienen am Boden, an der Wand oder über Kopf montiert werden. Die Auswahl richtet sich nach Arbeitsweg, Montageposition, Nutzerzahl, Untergrund und erforderlicher Bewegungsfreiheit.
Welche Vorteile bieten horizontale Schienensysteme gegenüber Einzelanschlagpunkten?
Einzelanschlagpunkte eignen sich für punktuelle Arbeitsbereiche und kurze Wartungswege. Muss sich ein Anwender jedoch regelmäßig über längere Strecken bewegen, ist häufig ein wiederholtes Umhängen zwischen mehreren Anschlagpunkten erforderlich.
Ein horizontales Schienensystem ermöglicht dagegen eine weitgehend durchgehende Sicherung entlang des gesamten Arbeitswegs. Der Rollenläufer folgt der Bewegung des Anwenders und kann korrekt geplante Schienenverbindungen und Kurven passieren, ohne dass die Verbindung zum System gelöst werden muss. Dadurch werden Arbeitsabläufe flüssiger, ergonomischer und sicherer.
Welche Vorteile bieten horizontale Schienensysteme gegenüber horizontalen Seilsystemen?
Horizontale Schienensysteme besitzen eine starre Führung und weisen dadurch eine deutlich geringere Systemdurchbiegung als flexible Seilsysteme auf. Das kann den erforderlichen Fallraum reduzieren und sorgt dafür, dass der Läufer besonders präzise entlang des vorgesehenen Arbeitswegs geführt wird.
Horizontale Seilsysteme bieten dagegen häufig Vorteile bei sehr langen Strecken, komplexen Dachgeometrien und wechselnden Befestigungsuntergründen. Schienensysteme eignen sich besonders für häufig genutzte Arbeitswege, Seilzugangsanwendungen, Überkopfsicherungen und Bereiche, in denen eine kontrollierte, reibungsarme Bewegung im Vordergrund steht.
Welche horizontalen Schienensysteme bietet SKYLOTEC an?
Das SKYLOTEC Sortiment umfasst mit SKYRAIL und SECU® TRACK zwei flexibel konfigurierbare Schienensysteme für professionelle Arbeiten in der Höhe.
SKYRAIL ist als durchgängiges horizontales Schienensystem für bis zu drei Personen ausgelegt. SECU® TRACK kann je nach Systemkonfiguration von bis zu sechs Personen gleichzeitig genutzt werden und bietet passende Rollenläufer für horizontale, vertikale und Überkopfanwendungen. Dadurch lassen sich unterschiedliche Arbeitsbereiche und Montagepositionen mit einer abgestimmten Systemfamilie absichern.
Welche Vorteile bietet das SKYRAIL Schienensystem?
SKYRAIL ermöglicht eine durchgängige Sicherung mit hoher Bewegungsfreiheit für bis zu drei Personen gleichzeitig. Das System eignet sich besonders für horizontale Höhenarbeit und Seilzugangstechnik an Gebäuden und technischen Konstruktionen.
Die SKYRAIL RAIL besteht aus einer Spezial-Aluminiumlegierung und ist in unterschiedlichen Längen bis maximal sechs Meter erhältlich. Durch gerade Schienenelemente, horizontale Kurven, Innen- und Außenkurven sowie passende Adapterplatten lässt sich das System an unterschiedliche Bauwerksgeometrien und Befestigungsuntergründe anpassen.
Welche Vorteile bietet SECU® TRACK?
SECU® TRACK ist ein flexibel konfigurierbares Schienensystem für bis zu sechs Personen. Es bietet eine durchgängige Sicherung mit frei positionierbaren Rollenläufern und kann je nach Systemplanung horizontal, vertikal oder über Kopf eingesetzt werden.
Für das System stehen Aluminium- und Edelstahlschienen sowie unterschiedliche Läufertypen zur Verfügung. Dadurch kann SECU® TRACK an verschiedene Umgebungsbedingungen, Nutzerzahlen und Arbeitsbewegungen angepasst werden. Besonders bei größeren Industrieanlagen und regelmäßig genutzten Arbeitswegen bietet die hohe Systemflexibilität Vorteile.
Wann ist ein horizontales Schienensystem für Überkopfanwendungen sinnvoll?
Bei einer Überkopfanwendung wird die Führungsschiene oberhalb des Anwenders montiert. Das Verbindungsmittel bleibt dadurch vergleichsweise kurz, und ein möglicher freier Fall kann deutlich reduziert werden. Dies ist besonders relevant, wenn unterhalb des Arbeitsbereichs nur begrenzter Freiraum zur Verfügung steht.
Überkopfschienen eignen sich beispielsweise für Produktionshallen, Verladebereiche, Fahrzeugwartung, industrielle Arbeitsplätze und mobile Plattformen. Der SECU® TRACK OVERHEAD RUNNER ist speziell für horizontale Überkopfschienen aus Aluminium oder Edelstahl ausgelegt.
Welche Aufgabe übernimmt der Rollenläufer im horizontalen Schienensystem?
Der Rollenläufer bildet die bewegliche Verbindung zwischen Anwender und Schiene. Seine Rollen führen ihn kontrolliert entlang des Schienenprofils und ermöglichen eine gleichmäßige Bewegung mit geringem Widerstand.
Für SKYRAIL steht ein abnehmbarer Horizontal-Rollenläufer zur Verfügung. SECU® TRACK bietet sowohl einen klassischen als auch einen klappbaren Horizontal-Rollenläufer. Der Läufer muss immer zum jeweiligen Schienenprofil und zur vorgesehenen Montageposition passen. Ein horizontaler Läufer darf nicht ohne Herstellerfreigabe für vertikale oder Überkopfanwendungen verwendet werden.
Wann ist ein abnehmbarer oder klappbarer Rollenläufer sinnvoll?
Abnehmbare Rollenläufer können an definierten Stellen in das System eingesetzt und nach Abschluss der Arbeiten wieder entfernt werden. Dadurch kann jeder Anwender seinen persönlichen Läufer mitführen, während die Schiene dauerhaft am Bauwerk verbleibt.
Klappbare Rollenläufer erleichtern je nach System das Aufsetzen auf die Schiene und bieten Vorteile bei getrennten Schienenabschnitten oder wechselnden Einsatzorten. Die Ein- und Entnahme darf jedoch ausschließlich an den dafür vorgesehenen Stellen und entsprechend den Herstellerangaben erfolgen.
Wie werden horizontale Schienen an Kurven und Gebäudeecken geführt?
Gebäudekanten, Fassadenverläufe und technische Aufbauten machen häufig Richtungsänderungen im Schienensystem erforderlich. Dafür stehen vorgefertigte Kurvenelemente zur Verfügung, die der Rollenläufer ohne Aushängen passieren kann.
SKYRAIL bietet horizontale Kurven mit einem Standardradius von 220 Millimetern sowie 90-Grad-Innen- und Außenkurven aus Spezial-Aluminiumlegierung. Die Kurven müssen so montiert und abgestützt werden, dass sie exakt mit den geraden Schienenprofilen fluchten und der Läufer ohne Blockierung durch das System bewegt werden kann.
Wie werden einzelne Schienenprofile miteinander verbunden?
Da Schienenprofile nur in definierten Einzellängen geliefert werden, werden längere Systemverläufe aus mehreren Abschnitten aufgebaut. Verbindungslaschen richten die einzelnen Profile exakt zueinander aus und schaffen einen gleichmäßigen Übergang für den Rollenläufer.
Beim SKYRAIL verbindet der SKYRAIL RAIL CONNECTOR einzelne Schienenstücke. Für Aluminiumprofile von SECU® TRACK wird die SECU® TRACK JUNCTION AL verwendet. Die Übergänge müssen präzise ausgerichtet sein, damit der Läufer gleichmäßig über die Verbindungsstelle rollen kann.
Welche Aufgabe übernehmen Schienenhalter und Adapterplatten?
Schienenhalter verbinden das Schienenprofil mit der tragenden Konstruktion und übertragen die auftretenden Kräfte in das Bauwerk. Ihre Position, Befestigung und Abstände werden projektspezifisch festgelegt.
SKYRAIL kann über unterschiedliche Adapterplatten auf Systemstützen, Beton oder Unterkonstruktionsplatten montiert werden. SECU® TRACK nutzt unter anderem Z-Halter und Nutensteine zur Befestigung der Aluminiumschiene. Welcher Halter erforderlich ist, hängt von Montageposition, Untergrund, Profilmaterial und statischen Anforderungen ab.
Warum sind Endanschläge bei horizontalen Schienensystemen erforderlich?
Endanschläge verhindern, dass der Rollenläufer unbeabsichtigt aus einem offenen Schienenende herausfährt. Sie bilden daher einen sicherheitsrelevanten Abschluss des Systems.
Der SKYRAIL END-STOPPER und das SECU® TRACK END AL sichern die jeweiligen Schienenenden. Nach Montagearbeiten, Erweiterungen oder Veränderungen muss geprüft werden, ob sämtliche Schienenenden vollständig und mit den vorgesehenen Originalkomponenten verschlossen sind.
Warum müssen temperaturbedingte Längenveränderungen berücksichtigt werden?
Aluminiumschienen dehnen sich bei Wärme aus und ziehen sich bei sinkenden Temperaturen zusammen. Bei längeren Schienenverläufen können dadurch relevante Längenänderungen entstehen, die bei einer vollständig starren Befestigung Spannungen im Profil und in den Haltern verursachen würden.
SECU® TRACK verwendet spezielle Nutensteine, um temperaturbedingte Längenveränderungen der Aluminiumschiene zu unterstützen. Festpunkte und gleitende Befestigungen müssen entsprechend der technischen Systemplanung angeordnet werden. Besonders bei Außenanlagen und langen Profilstrecken ist dieser Aspekt zwingend zu berücksichtigen.
Welche Vorteile bieten Aluminium- und Edelstahlschienen?
Aluminiumschienen besitzen ein vergleichsweise geringes Gewicht und erleichtern dadurch Transport, Handhabung und Montage. Sie eignen sich für zahlreiche Dach-, Fassaden- und Industrieanwendungen und lassen sich mit geraden Profilen und Kurven an komplexe Bauwerksgeometrien anpassen.
Edelstahlschienen bieten eine hohe Korrosionsbeständigkeit und können bei aggressiven Umgebungsbedingungen, hoher Feuchtigkeit oder besonderen industriellen Anforderungen Vorteile bieten. Die Materialauswahl richtet sich nach Einsatzort, Korrosionsbelastung, Untergrund und projektspezifischen Anforderungen.
Wie viele Personen dürfen ein horizontales Schienensystem gleichzeitig nutzen?
Die zulässige Nutzerzahl hängt vom gewählten Schienensystem und der jeweiligen Systemkonfiguration ab. SKYRAIL ist für bis zu drei Personen gleichzeitig ausgelegt. SECU® TRACK kann je nach Konfiguration von bis zu sechs Personen genutzt werden.
Die maximale Nutzerzahl wird durch Systemzulassung, Halterabstände, Befestigungsuntergrund und technische Planung bestimmt. Sie darf nicht allein aus Material oder Größe des Schienenprofils abgeleitet werden. Bei mehreren Anwendern müssen außerdem Mindestabstände und mögliche gleichzeitige Auffangbelastungen berücksichtigt werden.
Welche Normen gelten für horizontale Schienensysteme?
Für horizontale starre Anschlageinrichtungen gilt insbesondere die EN 795:2012 Typ D. Sie beschreibt dauerhaft oder temporär installierte Systeme mit einer starren horizontalen Führung.
Für die gleichzeitige Nutzung durch mehrere Personen ist zusätzlich die CEN/TS 16415 relevant. Je nach Produkt und Zielmarkt können weitere Anforderungen wie allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen oder UNI 11578 gelten. Maßgeblich ist immer das vollständig geprüfte System aus Schiene, Rollenläufer, Haltern, Verbindern, Kurven und Befestigungsmitteln.
Wie wird der erforderliche Fallraum bei horizontalen Schienensystemen bestimmt?
Obwohl Schienensysteme eine geringere Durchbiegung als flexible Seilsysteme aufweisen, muss unterhalb des Anwenders ausreichend freier Fallraum vorhanden sein. Berücksichtigt werden müssen die Länge des Verbindungsmittels, die mögliche Verlängerung eines Falldämpfers, die Körpergröße des Anwenders und ein zusätzlicher Sicherheitsabstand.
Bei Überkopfanwendungen kann der Fallweg durch den hoch gelegenen Anschlagpunkt deutlich reduziert werden. Bei boden- oder wandmontierten Schienensystemen muss dagegen besonders sorgfältig geprüft werden, ob ein Auffangsystem oder ein Rückhaltesystem die geeignete Nutzung darstellt.
Wie lassen sich Pendelstürze bei horizontalen Schienensystemen vermeiden?
Ein Pendelsturz entsteht, wenn sich der Anwender weit seitlich vom aktuellen Läuferstandort entfernt und im Absturzfall bogenförmig gegen das Bauwerk oder andere Hindernisse schwingt.
Der Schienenverlauf sollte deshalb möglichst nah am tatsächlichen Arbeitsweg geführt werden. Kurven und zusätzliche Schienenabschnitte können notwendig sein, um seitliche Abstände zu begrenzen. Auch die Länge des Verbindungsmittels und die Arbeitsposition des Anwenders müssen auf das geplante Sicherungskonzept abgestimmt werden.
Welche persönliche Schutzausrüstung wird mit horizontalen Schienensystemen verwendet?
Für die Nutzung eines horizontalen Schienensystems werden ein geeigneter Auffanggurt, ein kompatibler Systemläufer und ein zur Anwendung passendes Verbindungsmittel benötigt. Je nach Montageposition und vorhandenem Fallraum können Verbindungsmittel mit Falldämpfer, Halteseile für Rückhaltung oder Höhensicherungsgeräte eingesetzt werden.
Der Rollenläufer darf ausschließlich mit dem dafür vorgesehenen Schienensystem verwendet werden. Auffanggurt, Verbindungsmittel und Läufer müssen als vollständiges Sicherungssystem betrachtet und entsprechend den jeweiligen Herstellerangaben eingesetzt werden.
Warum müssen horizontale Schienensysteme projektspezifisch geplant werden?
Schienenverlauf, Montageposition, Kurven, Halterabstände, Schienenverbindungen und Ein- beziehungsweise Ausstiegsstellen müssen exakt zum späteren Arbeitsweg passen. Auch Absturzkanten, technische Anlagen, Gebäudeecken, Pendelsturzgefahren und Rettungswege sind zu berücksichtigen.
Bei Überkopfanwendungen müssen zusätzlich Montagehöhe, Arbeitsradius und vorhandener Fallraum geprüft werden. Ein horizontales Schienensystem darf daher nicht ausschließlich aus einzelnen Shopkomponenten zusammengestellt werden, sondern muss als vollständige, technisch geprüfte Systemlösung geplant werden.
Wie werden horizontale Schienensysteme fachgerecht montiert?
Die Montage beginnt mit der Prüfung des Befestigungsuntergrunds und der exakten Positionierung der Schienenhalter. Anschließend werden die Schienenprofile montiert, über Verbindungslaschen zusammengefügt und durch Kurven sowie Endanschläge ergänzt.
Alle Profilübergänge müssen fluchtend ausgerichtet sein, damit der Rollenläufer gleichmäßig durch das System läuft. Befestigungsmittel, Halterabstände und Anzugsdrehmomente müssen den Montagevorgaben entsprechen. Nach Abschluss ist das System vollständig zu prüfen, zu kennzeichnen und zu dokumentieren.
Wie werden horizontale Schienensysteme geprüft und instand gehalten?
Vor jeder Nutzung sollten Schiene, Rollenläufer, Endanschläge und sichtbare Befestigungen auf Beschädigungen, Korrosion, Verformungen und lose Bauteile kontrolliert werden. Der Läufer muss sich gleichmäßig bewegen und darf an Schienenverbindungen oder Kurven nicht blockieren.
Zusätzlich sind regelmäßige Prüfungen durch eine sachkundige Person erforderlich. Nach einem Auffangvorgang, baulichen Veränderungen oder außergewöhnlichen Belastungen darf das System erst nach einer fachkundigen Beurteilung wieder genutzt werden. Prüfungen, Reparaturen und Änderungen müssen vollständig dokumentiert werden.
Wie wählt man das passende horizontale Schienensystem aus?
SKYRAIL eignet sich für durchgängige horizontale Sicherungswege und Seilzugangsanwendungen mit bis zu drei Personen. SECU® TRACK bietet Vorteile bei größeren Nutzerzahlen, unterschiedlichen Montagepositionen und Anwendungen, bei denen horizontale, vertikale oder Überkopf-Läufer innerhalb einer Systemfamilie benötigt werden.
Zusätzlich müssen Untergrund, Schienenmaterial, Arbeitsweg, Nutzerzahl, Kurvenverlauf, Fallraum und Umgebungsbedingungen berücksichtigt werden. Ein SKYLOTEC horizontales Schienensystem sollte immer projektspezifisch geplant und ausschließlich mit den dafür freigegebenen Rollenläufern und Systemkomponenten eingesetzt werden.