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Wissenswertes über Schienensysteme


Was sind Schienensysteme und wofür werden sie eingesetzt?

Schienensysteme sind dauerhaft installierte Anschlageinrichtungen mit einer starren Führungsschiene. Ein passender Läufer bewegt sich entlang des festgelegten Schienenverlaufs und verbindet den Anwender mit dem Sicherungssystem. Dadurch ermöglichen Schienensysteme eine kontinuierliche Absturzsicherung bei horizontalen Bewegungen, vertikalen Auf- und Abstiegen oder Arbeiten unterhalb einer Überkopfschiene.

SKYLOTEC Schienensysteme kommen unter anderem auf Dächern und Fassaden, an Masten und Türmen, in Industrieanlagen, in beengten Räumen, auf mobilen Plattformen und in der Seilzugangstechnik zum Einsatz. Je nach System können ein bis sechs Personen gleichzeitig gesichert werden. Die Auswahl richtet sich nach Bewegungsrichtung, Montageposition, Untergrund, Nutzerzahl und dem erforderlichen Arbeitsbereich.




Welche Vorteile bieten Schienensysteme gegenüber einzelnen Anschlagpunkten?

Einzelanschlagpunkte eignen sich besonders für punktuelle Arbeitsbereiche. Müssen Anwender dagegen längere Strecken zurücklegen, ist häufig ein wiederholtes Umhängen zwischen mehreren Punkten erforderlich. Das unterbricht den Bewegungsablauf und kann die sichere Anwendung erschweren.

Ein Schienensystem bietet eine durchgehende Führung entlang des vorgesehenen Arbeitswegs. Der Systemläufer folgt der Bewegung des Anwenders und passiert korrekt geplante Verbindungen und Kurven, ohne dass die Sicherung an jedem Abschnitt gelöst werden muss. Dadurch verbessern sich Bewegungsfreiheit, Ergonomie und Effizienz bei regelmäßig wiederkehrenden Arbeiten.




Welche Vorteile bieten Schienensysteme gegenüber Seilsystemen?

Schienensysteme besitzen eine starre Führung und weisen dadurch eine geringere Durchbiegung als flexible Seilsysteme auf. Das kann den erforderlichen Fallraum reduzieren und sorgt für eine besonders definierte Bewegung des Läufers. Zudem entstehen keine Seilschwingungen oder Veränderungen der Seilvorspannung.

Horizontale und vertikale Seilsysteme bieten dagegen häufig mehr Flexibilität bei langen Strecken, unregelmäßigen Bauwerksgeometrien oder der Nachrüstung bestehender Konstruktionen. Schienensysteme sind besonders sinnvoll, wenn häufige Nutzung, eine präzise Führung, geringe Systemverformung oder eine Überkopfanwendung im Vordergrund stehen. Welche Lösung geeigneter ist, muss projektspezifisch bewertet werden.




Welche Arten von Schienensystemen gibt es?

Grundsätzlich wird zwischen horizontalen und vertikalen Schienensystemen unterschieden. Horizontale Systeme sichern Anwender entlang von Dachkanten, Fassaden, Arbeitsplattformen oder technischen Anlagen. Je nach Montageposition kann die Schiene auf dem Boden, an der Wand oder über Kopf verlaufen.

Vertikale Schienensysteme werden an Leitern und anderen festen Steigwegen eingesetzt. Der passende Steigschutzläufer bewegt sich gemeinsam mit dem Anwender entlang der Schiene und blockiert bei einer plötzlichen Abwärtsbewegung. SKYLOTEC bietet mit SKYRAIL und SECU® TRACK horizontale Systemlösungen sowie mit SKYTAC ein vertikales Steigschutzsystem.




Welche Vorteile bietet das horizontale SKYRAIL Schienensystem?

Das SKYRAIL ist ein durchgängiges horizontales Schienensystem für professionelle Höhenarbeit und Seilzugangstechnik. Es ermöglicht eine hohe Bewegungsfreiheit und kann je nach Systemplanung von bis zu drei Personen gleichzeitig genutzt werden.

Die Schiene besteht aus einer Spezial-Aluminiumlegierung und ist in unterschiedlichen Längen bis maximal sechs Meter erhältlich. Einzelne Schienenabschnitte werden über Verbindungslaschen zu einem durchgängigen System verbunden. Horizontale Innen- und Außenkurven ermöglichen die Anpassung an unterschiedliche Bauwerksgeometrien.




Wann ist SECU® TRACK die passende Schienenlösung?

Das SECU® TRACK ist ein flexibel konfigurierbares Schienensystem für horizontale, vertikale und Überkopfanwendungen. Je nach Systemausführung kann es von bis zu sechs Personen genutzt werden und eignet sich dadurch auch für größere Arbeitsbereiche und mehrere gleichzeitig tätige Anwender.

Für die unterschiedlichen Montagepositionen stehen horizontale, vertikale und Überkopf-Rollenläufer zur Verfügung. Die Profile sind in Aluminium- und Edelstahlausführungen erhältlich. Dadurch lässt sich das System auf unterschiedliche Umgebungsbedingungen, Lastanforderungen und Anwendungen abstimmen.




Welche Vorteile bietet das vertikale SKYTAC Steigschutzsystem?

Das SKYTAC ist ein vertikales Schienensystem für den gesicherten Auf- und Abstieg an festen Leitern. Der doppelt gesicherte Läufer bewegt sich entlang der starren Führungsschiene und blockiert im Absturzfall automatisch.

SKYTAC eignet sich sowohl für neu geplante Steigwege als auch für die Nachrüstung bestehender Leitern. Gegenüber einer Sicherung mit einzelnen Verbindungsmitteln ermöglicht das System einen durchgehenden Aufstieg, ohne dass sich der Anwender an jeder Leitersprosse neu einhängen muss. Typische Einsatzorte sind Masten, Türme, Silos, Schornsteine und industrielle Leiteranlagen.




Wann eignet sich ein horizontales Schienensystem für Dach und Fassade?

Horizontale Schienensysteme eignen sich für Arbeitsbereiche, in denen sich Personen regelmäßig entlang einer Dachkante, Fassade oder technischen Anlage bewegen. Sie können auf Systemstützen, direkt auf Beton, an Unterkonstruktionsplatten oder an tragfähigen Wand- und Deckenflächen montiert werden.

Durch die starre Führung bleibt der Läufer klar auf dem geplanten Weg. Dies ist besonders bei häufig genutzten Wartungswegen, Fassadenbefahranlagen und Seilzugangsanwendungen vorteilhaft. Der Systemverlauf sollte möglichst nah am tatsächlichen Arbeitsbereich liegen, damit Pendelsturzrisiken und unnötig lange Verbindungsmittel vermieden werden.




Welche Vorteile bieten Schienensysteme bei Überkopfanwendungen?

Bei einer Überkopfanwendung befindet sich die Führungsschiene oberhalb des Anwenders. Dadurch bleibt das Verbindungsmittel möglichst kurz und der potenzielle freie Fall kann gegenüber einem tiefer liegenden Anschlagpunkt deutlich reduziert werden.

Überkopfschienen eignen sich unter anderem für Produktionsbereiche, Wartungsstände, Verladeplätze, Fahrzeughallen und industrielle Arbeitsplätze mit regelmäßigem Bewegungsbedarf. Der SECU® TRACK OVERHEAD RUNNER ist speziell für die Bewegung an horizontal montierten Überkopfschienen vorgesehen. Tragkonstruktion, Montagehöhe und erforderlicher Arbeitsradius müssen dabei projektspezifisch geplant werden.




Welche Aufgabe übernehmen Rollenläufer in Schienensystemen?

Der Rollenläufer stellt die bewegliche Verbindung zwischen dem Anwender und der Führungsschiene her. Seine Rollen laufen innerhalb oder entlang des Schienenprofils und ermöglichen dadurch eine gleichmäßige Bewegung mit geringem Widerstand.

SKYLOTEC bietet unterschiedliche Läufer für horizontale, vertikale und Überkopfanwendungen. Je nach System gibt es fest eingesetzte, abnehmbare oder klappbare Ausführungen. Ein Läufer darf ausschließlich mit dem dafür vorgesehenen Schienensystem und in der freigegebenen Montageposition verwendet werden.




Wann sind abnehmbare oder klappbare Läufer sinnvoll?

Abnehmbare Läufer können an definierten Ein- und Ausstiegsstellen in die Schiene eingesetzt und nach der Nutzung wieder entfernt werden. Dadurch kann jeder Anwender seinen persönlichen Läufer mitführen, während das fest installierte Schienensystem am Bauwerk verbleibt.

Klappbare Rollenläufer ermöglichen je nach System ein besonders einfaches Aufsetzen auf die Schiene. Dies kann bei wechselnden Einsatzorten oder mehreren getrennten Schienenabschnitten Vorteile bieten. Die Ein- und Entnahme darf jedoch nur an den dafür vorgesehenen Stellen und entsprechend den Herstellerangaben erfolgen.




Welche Aufgabe übernehmen Schienenhalter und Adapterplatten?

Schienenhalter verbinden das Schienenprofil mit der tragenden Konstruktion. Sie bestimmen den Abstand zum Untergrund und übertragen die regulären Systemlasten sowie die Kräfte eines möglichen Auffangvorgangs in das Bauwerk.

Je nach Montageuntergrund stehen unterschiedliche Adapterplatten zur Verfügung. SKYRAIL kann beispielsweise über Adapterplatten auf Systemstützen, Beton oder Unterkonstruktionsplatten befestigt werden. Welche Halter und Adapter benötigt werden, hängt von Untergrund, Montageposition, Schienenverlauf und statischen Anforderungen ab.




Wie werden mehrere Schienenprofile miteinander verbunden?

Da Schienenprofile nur in definierten Einzellängen geliefert werden, müssen längere Systemverläufe aus mehreren Abschnitten aufgebaut werden. Verbindungslaschen richten die Profile zueinander aus und schaffen einen gleichmäßigen Übergang für den Rollenläufer.

Beim SKYRAIL übernimmt der SKYRAIL RAIL CONNECTOR diese Funktion. Beim SECU® TRACK verbinden passende Junction-Elemente die Aluminium- oder Edelstahlschienen. Die Übergänge müssen exakt ausgerichtet sein, damit der Läufer nicht blockiert und die Kräfte korrekt zwischen den Profilen übertragen werden.




Wie werden Kurven in horizontalen Schienensystemen umgesetzt?

Kurvenelemente ermöglichen es, den Schienenverlauf an Gebäudeecken, Fassaden, Dachgeometrien oder technische Anlagen anzupassen. Je nach System stehen horizontale Kurven sowie Innen- und Außenkurven mit festgelegten Radien zur Verfügung.

SKYRAIL bietet beispielsweise horizontale Kurven sowie 90-Grad-Innen- und Außenkurven aus Spezial-Aluminiumlegierung. Die Kurven müssen so geplant werden, dass der Rollenläufer sie ohne Verkanten passieren kann. Gleichzeitig sind ausreichend große Radien und korrekte Halterabstände einzuhalten.




Warum sind Endanschläge bei Schienensystemen erforderlich?

Endanschläge verhindern, dass der Rollenläufer unbeabsichtigt aus einem offenen Schienenende herausfährt. Sie bilden damit einen sicherheitsrelevanten Abschluss des Schienenverlaufs.

Bei Systemen mit abnehmbaren Läufern können zusätzlich definierte Ein- und Ausstiegselemente erforderlich sein. Endanschläge dürfen nicht entfernt oder durch ungeprüfte Bauteile ersetzt werden. Nach Montagearbeiten oder Änderungen am System muss kontrolliert werden, ob alle Schienenenden vollständig gesichert sind.




Warum müssen Längenveränderungen von Aluminiumschienen berücksichtigt werden?

Aluminiumprofile dehnen sich bei Erwärmung aus und ziehen sich bei sinkenden Temperaturen zusammen. Bei langen Schienenverläufen können dadurch relevante Längenänderungen entstehen, die bei einer starren Befestigung Spannungen im Profil und in den Haltern verursachen würden.

SECU® TRACK nutzt spezielle Nutensteine und Befestigungselemente, die temperaturbedingte Längenveränderungen der Aluminiumschiene unterstützen. Festpunkte und gleitende Befestigungen müssen entsprechend der Systemplanung positioniert werden. Dieses Detail ist besonders bei langen Außenanlagen und starken Temperaturschwankungen wichtig.




Welche Vorteile bieten Aluminium- und Edelstahlschienen?

Aluminiumschienen bieten ein vergleichsweise geringes Gewicht und lassen sich dadurch einfacher transportieren und montieren. Sie eignen sich für zahlreiche Dach-, Fassaden- und Industrieanwendungen und ermöglichen komplexe Systemverläufe mit geraden Profilen und Kurven.

Edelstahlschienen bieten eine hohe Korrosionsbeständigkeit und können bei besonders anspruchsvollen Umgebungsbedingungen Vorteile bieten. Die Materialwahl richtet sich nach Einsatzort, chemischer Belastung, Witterung, Montageuntergrund und statischen Anforderungen. Innerhalb eines Systems dürfen nur die freigegebenen Profile, Halter und Verbindungselemente kombiniert werden.




Wie viele Personen dürfen ein Schienensystem gleichzeitig nutzen?

Die zulässige Nutzerzahl hängt vom jeweiligen System und der projektspezifischen Konfiguration ab. SKYRAIL ist für bis zu drei Personen ausgelegt, während SECU® TRACK je nach Ausführung von bis zu sechs Personen gleichzeitig genutzt werden kann.

Die maximale Nutzerzahl darf nicht allein anhand des Schienenmaterials oder der Profilgröße abgeleitet werden. Maßgeblich sind Systemzulassung, Halterabstände, Befestigungsuntergrund und technische Planung. Bei mehreren Anwendern müssen außerdem ausreichende Abstände und mögliche gleichzeitige Belastungen berücksichtigt werden.




Welche Normen gelten für horizontale Schienensysteme?

Für horizontale starre Anschlageinrichtungen ist insbesondere die EN 795:2012 Typ D relevant. Sie beschreibt Systeme mit einer starren horizontalen Führung. Für die Nutzung durch mehrere Personen kann zusätzlich die CEN/TS 16415:2013 maßgeblich sein.

Je nach Produkt und Montageort können außerdem allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen oder Anforderungen nach UNI 11578 gelten. Maßgeblich ist immer das vollständige geprüfte System aus Schiene, Läufer, Haltern, Verbindern, Kurven und Befestigungsmitteln.




Welche Normen gelten für vertikale Schienensysteme?

Für mitlaufende Auffanggeräte einschließlich einer festen vertikalen Führung ist insbesondere die EN 353-1:2014+A1:2017 relevant. Sie definiert Anforderungen an den Steigschutzläufer und die dazugehörige Führungsschiene.

Der Läufer, die Schiene und sämtliche Befestigungskomponenten bilden ein geprüftes Gesamtsystem. Ein Steigschutzläufer darf deshalb nicht mit einer beliebigen Schiene kombiniert werden, auch wenn Abmessungen oder Bauform ähnlich erscheinen.




Warum müssen Schienensysteme projektspezifisch geplant werden?

Schienenverlauf, Montageposition, Halterabstände, Kurven, Schienenverbindungen und Ein- beziehungsweise Ausstiegsstellen müssen exakt zur späteren Nutzung passen. Ebenso sind Absturzkanten, Arbeitsradien, Pendelsturzrisiken, Leiterüberstiege und mögliche Rettungswege zu berücksichtigen.

Bei Überkopfsystemen spielen außerdem Montagehöhe und erforderlicher Fallraum eine wichtige Rolle. Vertikale Systeme müssen an die Leiterkonstruktion, den Einstieg und den gesicherten Ausstieg angepasst werden. Ein Schienensystem sollte deshalb niemals ausschließlich aus einzelnen Shopkomponenten zusammengestellt, sondern als vollständige technische Lösung geplant werden.




Wie werden Schienensysteme fachgerecht montiert?

Die Montage beginnt mit der Prüfung des Befestigungsuntergrunds und der exakten Positionierung der Schienenhalter. Anschließend werden die Profile montiert, miteinander verbunden und durch Kurven sowie Endanschläge zum vollständigen System ergänzt.

Alle Übergänge müssen fluchtend ausgerichtet sein, damit der Rollenläufer gleichmäßig durch das System läuft. Schraubverbindungen, Halterabstände und Anzugsdrehmomente sind entsprechend den Montagevorgaben auszuführen. Nach Abschluss muss das System vollständig geprüft, gekennzeichnet und dokumentiert werden.




Wie werden Schienensysteme geprüft und instand gehalten?

Vor jeder Nutzung sollten Schiene, Läufer, Endanschläge und sichtbare Befestigungen auf Beschädigungen, Korrosion, Verformungen und lose Bauteile kontrolliert werden. Der Läufer muss sich gleichmäßig bewegen und darf an Schienenverbindungen oder Kurven nicht blockieren.

Zusätzlich sind regelmäßige Prüfungen durch eine sachkundige Person erforderlich. Dabei werden unter anderem Profile, Halter, Verbindungslaschen, Kurven, Befestigungsmittel und Systemkennzeichnung kontrolliert. Nach einem Auffangvorgang, baulichen Änderungen oder außergewöhnlichen Belastungen darf das System erst nach einer fachkundigen Beurteilung wieder genutzt werden.




Wie wählt man das passende Schienensystem aus?

Für horizontale Seilzugangs- und Dachanwendungen kann SKYRAIL eine geeignete Lösung sein. SECU® TRACK bietet besonders flexible Konfigurationsmöglichkeiten für horizontale, vertikale und Überkopfanwendungen sowie für eine größere Nutzerzahl. SKYTAC ist auf den vertikalen Steigschutz an Leitern ausgerichtet.

Zusätzlich müssen Montageposition, Untergrund, Arbeitsweg, Nutzerzahl, Material, Fallraum und Umgebungsbedingungen berücksichtigt werden. Ein SKYLOTEC Schienensystem sollte immer als projektspezifisch geplante Gesamtlösung ausgewählt und ausschließlich mit den dafür freigegebenen Läufern und Systemkomponenten verwendet werden.

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